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Die Spreu vom Weizen trennen! – Oder was bedeutet Bremseffizienz?

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Die Bremsscheiben

Ob rund oder im Wave Design, die Bremsscheibe ist in erster Linie die Verbindung zum Rad, das durch die Drehbewegung den Vortrieb hat und je nach Gewicht einen gewissen Moment aufweist – ebenso die Bremsscheibe.

Belag bei Vollscheibe

Belag bei Vollscheibe

Wave mit Belag

Wave mit Belag

Serien Scheiben sind in der Regel so produziert, um Temperaturen und Belastungen einer normalen sportlichen Verwendung des Motorrades standzuhalten. Beim Fahren des Fahrzeuges auf Rennstrecken sind diese Belastungen aufgrund der höheren kinetischen Energiemenge aber viel größer als auf der Straße.

Das „Vernichten“ kinetischer Energie bedeutet eine Erhöhung der Temperatur, und dies ist meist die Ursache für Bremsscheiben-Verzug: je höher die möglichen erreichbaren Temperaturen sind, desto größer müssen die Scheibe und ihre Dicke sein, will man ein permanentes Verziehen der Scheiben vermeiden.

Um den Scheibenverzug einzugrenzen ist es notwendig, mehr und damit überlegeneres Material zu verwenden, damit sich hohe Temperaturen besser absorbieren lassen. Mehr Material bedeutet zugleich schwerere Scheiben, was wiederum ein schlechteres Handling (des Motorrades) durch die gesteigerte Querbeschleunigung und Rotieren der Massen bedeutet.

Defekte Bremsscheibe

Defekte Bremsscheibe

Optimales Verhältnis: Scheibe - Belag

Optimales Verhältnis: Scheibe - Belag

Serienscheiben haben meist eine Dicke von 4-5 mm bei einer Reibhöhe von 34 mm. Eine erste Optimierung erreicht man zum Beispiel mit Scheiben, die eine Dicke von 5,5 mm und ebenfalls eine Reibflächenhöhe von 34 mm haben.

Für alle Rennscheiben verwendet der Anbieter Brembo beispielsweise einen speziellen Martensit Stahl*, der thermisch behandelt und prädestiniert ist, höchsten Temperaturen zu widerstehen. Darüber hinaus ist er sehr stabil und verspricht damit eine lange Lebensdauer.
Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Toleranz zwischen der Scheibe und dem Scheibenträger. Dieser ist meist aus Aluminium, einer Stahlscheibe und Floaterbuchsen. Wenn die Temperatur ansteigt, dehnen sich diese Materialien (hauptsächlich der Rotor) unterschiedlich aus. Deshalb ist es sehr wichtig, Toleranzen so auszulegen, um das Ausdehnen und trotzdem notwendige „Schwimmen“ der Scheiben bei hohen Temperaturen gewährleisten zu können.

Die 30 mm Reibflächenhöhe einer echten Racingscheibe impliziert einen größeren wirksamen Radius (+2 mm); dies bedeutet aufgrund des größeren Moments eine höhere Bremskraft.

Wir selbst betrachten übrigens die traditionelle runde Scheibe nach wie vor als beste Lösung, trotz eines leicht höheren Gewichts gegenüber einer Wave-Scheibe.


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Text

Thomas Nützl
TGP Racing

Fotos

Martin Spiecker | Brembo
CIRCUIT